Im Alter die Freude am Entdecken wahren

Berichte aus dem Werte-Seminar

Johannes ist nach einer erfolgreichen Karriere als Flugzeugentwickler inzwischen pensioniert. Mit über 65 Jahren freut er sich auf den Ruhestand. Durch den Abschied vom Beruf habe er sehr viele zeitliche Ressourcen frei. Er hat das Seminar gebucht, weil er sich Anregungen für das Alter erhofft. Seine Ehefrau sieht das genauso, sagte sie am Telefon. »Seit Johannes zu Hause ist, ist er unausstehlich geworden. Überall gibt es Dinge, die sofort repariert werden müssten. Dabei hat Johannes sich seit 20 Jahren nicht darum gekümmert. Jetzt möchte er ständig Entscheidungen treffen. Er merkt nicht, dass er sich damit über meine Entscheidungsfähigkeit hinwegsetzt. Johannes spielt sich die ganze Zeit über als Oberlehrer auf!«

Johannes ist ohne seine Ehefrau angereist. Er möchte auch jetzt mögliche Probleme erst einmal selbst angehen. Er ist neugierig darauf, wie er sein bisheriges Rollenschema um neue Möglichkeiten erweitern könnte.

Unser Modell des Wertemanagements unterstützt genau diese Problemstellung. Es kommt im Lauf des Lebens immer wieder vor, dass jemand seine bisherigen Rollen ablegt. Er sucht dann ein neues Wirkungsfeld für seine bisherigen Ressourcen. Auch bei Johannes ist das der Fall. Er muss sich nach dem Ausscheiden aus dem Beruf neu definieren. Und er sucht neue Herausforderungen, weil er immer erst dann zufrieden ist, wenn er sich wirklich gebraucht fühlt.

Johannes ist mit 65 noch lange nicht am Ende und möchte noch mindestens 15 oder 20 Jahre kreativ sein. Leider überfordert er seine Familie mit seinem plötzlichen Tatendrang. Nun ist einer seiner Werte das dauernde Interesse an neuen Dingen, die er für seine Umgebung nützlich macht. Und er möchte dafür in seiner Kompetenz bestätigt werden. Im Seminar ergibt sich daraus ein längeres inspirierendes Gespräch mit den Teilnehmern. Johannes hört geduldig zu. Er lässt sich sogar vorwerfen, dass er mit seinen Begabungen seine Familie überfordert. Für seine Fähigkeiten wäre die Familie wie all die Jahre zuvor vermutlich bis auf weiteres der falsche Ort.

Damit hat Johannes die Lösung. Seine wirklichen Stärken sind seine Erfahrungen als Entscheider, Berater und Teamentwickler. Er ärgert sich kurz darüber, dass er seine berufliche Sicherheit als unveränderlich angenommen hat. Eigentlich hat ihn der Ruhestand überrascht. Johannes entscheidet sich dafür, sein Organisationstalent in einem Club von Seniorexperten einzubringen, den er in seiner Heimatstadt München bereits kennengelernt hat. »Das war allerdings vor 15 Jahren«, sagt er. »Und damals habe ich definitiv nicht daran gedacht, dass ich selbst einmal Seniorexperte werden möchte.«


Ein Beitrag von www.wertemanager.de.

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